18.02.16 - Müll vermeinden

Die ALW fordert Müll nicht in die Umwelt zu schmeißen - und auf kurzlebige Plastikwerbung unserer Zukunft zuliebe zu verzichten

Wir alle können etwas dafür tun, dass knappe Ressourcen in Zeiten sensibler Klimaveränderungen geschont werden. Die ALW wird zusammen mit vielen umweltbewussten Weiterstädtern an diesem Samstag, den 27.02. säckeweise Plastik und anderen Müll aus unserer Gemarkung aufsammeln. Birgit Becker, die erstmals für die ALW kandidiert ist der Ansicht "Müll gehört nicht in unsere Umwelt, sondern in die kostenfreien Abgabebehälter, das sollten wir unseren Kindern vorleben. Schon vorher können wir durch unser Kaufverhalten auf unseren Müll einwirken, z.B. sollten Tüten, Verpackungen und Flaschen aus Kunststoff gemieden werden. Auch Industrie und Handel müssen bessere Alternativen für Verpackungen anbieten. Zu hinterfragen ist, ob wir Obst und Gemüse unbedingt zu jeder Jahreszeit haben müssen oder nicht bei unseren Bauern um die Ecke holen, wenn es auf seinem Feld wächst."

Man weiß heute aus Untersuchungen, dass Plastik als unverrottbare Komponente sich zu immer kleineren Mikropartikeln zersetzt. Dadurch werden nicht nur gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt, wie z.B. Weichmacher, die die Fruchtbarkeit von Tieren und uns Menschen beeinflussen. Die Mikropartikel, die wir übrigens auch in ganz alltäglichen Produkten wie Kosmetika, Shampoos oder Waschmitteln finden, kommen über unsere Abwässer in die Kläranlagen. Klärschlamm wiederum wird vielerorts als Dünger auf die Felder ausgefahren, wo die winzigen Plastikteilchen angereichert werden. Aus dem Boden werden diese durch Regen ausgewaschen, kommen so weiter über das Grundwasser und die Flüsse in die Meere, wo sie ein ideales Adsoptionsmittel für Pestizide bilden. Solche Nanopartikel fand man sogar in den Mägen verendeter Seevögel. "Es ist nur eine Frage der Zeit - früher oder später trifft es auch uns, denn schon jetzt sind die in Plastik gebundenen Giftstoffe, die über die Nahrungskette zu uns gelangen, in unserem Blut nachweisbar. Deswegen sollten wir dem Kunststoff so gut es geht aus dem Weg gehen", so Birgit Becker, die in Weiterstadt auch in der NABU Ortsgruppe engagiert ist.

Im Zeitalter von Ressourcenschonung und dem Nachdenken über eine Legislaturperiode hinaus, wundert es die ALW, wenn uns auf einmal Wahlplakate aus Plastik am Straßenrand begleiten. Eine Polypropylenplatte (PP) braucht für die Herstellung einen kumulierten Energieaufwand von 5610 kJ pro 100 Gramm und wenn man Glück hat, enthält sie einen Recyclinganteil von 40%. Die restlichen 60% sind neue Ressourcen, die mit zusätzlichem Energieaufwand zu Buche schlagen. Und genau diese Ressourcen gilt es mit aller Kraft zu schonen. Mit diesem unreflektierten Handeln gelangt immer mehr Plastik in die Umwelt, wo wir jetzt schon in Kunststoff ertrinken und die Gefahr des Plastiks in aller Munde ist.

Ist politische Wahlwerbung es wert, sich in dem kommerziellen Plastik-Tretrad weiterzudrehen, Die ALW meint nein und wehrt sich gegen diesen unverantwortlichen und kurz gedachten Umgang mit unserer Umwelt. Die politische Aufgabe sei es, Alternativen zu bieten und weiter zu denken.

Die ALW würde sich freuen uns, wenn die zurzeit hängenden Werbeplakate wirklich in den Recyclingzyklus eingefügt würden, denn Polypropylen (PP) hat fast unendliche Recyclingzyklen. Allerdings sei es für die Parteien mit zusätzlichen Kosten verbunden, dies auch zu initiieren. Wir werden nach der Wahl bei den anderen Parteien nachfragen, was mit ihren Plakaten geschehen ist.

Birgit Becker