25.10.17 Darmstädter Straße

Darmstädter-Straße

Freie Fahrt für Autos – ALW sagt nein

Weiterstadt – Auf Anregung des Arbeitskreises Darmstädter Straße hatte die Stadtverordnetenversammlung die Umwandlung der Darmstädter Straße in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich beschlossen. Es hat lange, sehr lange gedauert, bis Bewegung in die Maßnahme gekommen ist. Auf Höhe des Wilhelm-Leuschner-Platzes und des Darmstädter Hofes ist dieser Beschluss sehr gut umgesetzt. Die jetzt vorgelegten Planungen der Verwaltung für die Neugestaltung zwischen diesen beiden Punkten entsprechen nach Ansicht der Alternativen Liste Weiterstadt (ALW) nicht den Empfehlungen des Arbeitskreises. Dies habe ein Ortstermin mit den Mitgliedern des Ausschusses Stadtentwicklung und Verkehr sehr deutlich gezeigt. „Nachbesserungen sind dringend notwendig“, so der ALW-Fraktionsvorsitzende Heinz-Ludwig Petri.

Die vorgelegten Pläne reduzieren die Parkmöglichkeiten, befreien die Straße von Parkplätzen und verlagern diese auf Bürgersteige; fast ausnahmslos zu Lasten der Fußgänger. Ein Teil der Bäume soll ersatzlos verschwinden. „Dies,“ so die Sozialexpertin der ALW, Dr. Barbara Pohl, „kann so nicht bleiben. Die Anzahl der Bäume muss durch Ersatzpflanzungen und gegebenenfalls Standortverlagerungen erhalten bleiben.“ Die Räume für Fußgänger müssten ausreichend breit sein. Die geplante Freiräumung der Straße von Parkmöglichkeiten würde eine weitere Verlagerung von Durchgangsverkehr von der B42 in Darmstädter Straße zur Folge haben. Noch mehr Autos und höhere Geschwindigkeiten wären die Folge. Die vorgesehene Reduzierung der Parkmöglichkeiten in der Darmstädter Straße ginge zu Lasten derjenigen, die auf zeitlich begrenzte Parkplätze in der Straße angewiesen seien, so zum Beispiel gehbehinderte und ältere Menschen, insbesondere vor Arztpraxen und Dienstleistern im Gesundheitsbereich.

„Abhilfe wäre möglich“, so der Verkehrsexperte der ALW, Martin Möllmann. „Die geschickte Verlagerung von Parkplätzen nur dort, wo auch für Fußgänger Räume von mindesten 2,00 m bis 2,50 m verbleiben. Parkplätze auf der Straße würden die Anzahl der Parkmöglichkeiten erhalten und das Tempo in der Darmstädter Straße auf dem Niveau halten, das einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich entspräche. Dies erfordert jedoch genügend versetzt angeordnete Parkplätze, damit zumindest abschnittsweise in Sichtabstand Begegnungsverkehr Bus/Bus möglich ist. Weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen in Höhe des Marktplatzes/Medienschiffes     sind zur Reduzierung der Geschwindigkeit notwendig.“

Für die ALW-Stadtverordnete Birgit Becker ist klar: „Wir sind für die Belebung des Stadtkerns bei maximaler Sicherheit für Fußgänger, Fahrradfahrer und vor allem Kinder. Und das geht nur mit einer verkehrsberuhigten Zone.“

„Wir werden diese und weitere Änderungen in die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 2. November 2017 einbringen“ so Ausschussmitglied Gunter Wächter. „Des weiteren wird zu fragen sein, weshalb der Magistrat nicht die Möglichkeit in Erwägung zieht, vorhandene Finanzhilfen des Landes Hessen für die Umgestaltung in/von Tempo 30-Zonen in Anspruch zu nehmen.“